Geschichte

Das ehemalige Rittergut Britz gelangte 1699 in den Besitz von Samuel von Chwalkowski, Amtskammerpräsident der brandenburgisch-preußischen Domäneverwaltung. Er ließ das alte Fachwerkgebäude durch ein neunachsiges, 2-geschossiges Steinhaus ersetzen.

Sigismund von Erlach übernahm 1705 das Gut, ließ den Gutspark anlegen und mit Statuen, Goldfischteichen und einer Orangerie bestücken. Der folgende Besitzer, Heinrich Rüdiger von Ilgen, pflanzte im Gutspark 1719 die erste Robinie (oder Pseudo-Akazie) in Norddeutschland.

Unter Ewald Friedrich Graf von Hertzberg entwickelte Schloss Britz sich zum Mustergut. Er führte den Seidenbau in Britz ein und setzte eine mustergültige Landwirtschaft nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen um. Es entstand auch eine der modernsten Dorfschulen seiner Zeit in Britz. In den repräsentativen Räumen des stattlichen Herrenhauses in Britz setzte der Maler und Direktor der Akademie der Künste Christian Bernhardt Rode im Auftrag von Hertzberg der Berliner Aufklärung ein Denkmal.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte das Anwesen eine neue Blütezeit durch den bürgerlichen Gutsbesitzer Johann Carl Jouanne. Er errichtete sämtliche Wirtschaftsgebäude des Gutshofes nebst dampfbetriebener Spritfabrik neu, baute gartenseitig das Dachgeschoss des Herrenhauses aus und überformte den Eingangsbereich.

1865 erwarb der Bankier und Spritfabrikant Wilhelm Julius Wrede das Gut und ließ das Gebäude 1880 innen und außen im Stil der Neorenaissance von dem Architekten und Denkmalpfleger Carl Busse überformen. 1924 verkauften die Wredeschen Erben das Gut an die Stadt Berlin. Die Räume des Herrenhauses wurden an Privatpersonen vermietet, das Gut verpachtet. Von 1945-53 diente das Haus als Flüchtlingsheim und wurde danach vom Bezirksamt Neukölln als Kinderheim genutzt.

Nach dieser Nutzung wurde Schloss Britz in nur drei Jahren (von 1985 bis 1988) vorbildlich restauriert und mit hervorragenden, sorgfältig ausgesuchten Möbeln und Gemälden aus der Zeit des Historismus ausgestattet. Seit 1989 wird das kulturelle Programm durch die Kulturstiftung Schloss Britz gewährleistet.