Ausstellung | Toulouse-Lautrec und die Plakatkunst der Belle Époque

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Werbung zur Kunstform: In Paris
entwarfen namhafte Künstler Plakate für Tanzlokale und Theater, für
Zeitschriften oder für Luxusgüter wie Fahrräder oder Kakao. In
Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturaustausch in Tübingen und dem
Musée d’Ixelles in Brüssel präsentiert die KULTURSTIFTUNG SCHLOSS BRITZ
über 60 Hauptwerke der französischen Plakatkunst um 1900 und stellt
deren wichtigste Vertreter vor.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die herausragend modernen Arbeiten
Henri de Toulouse-Lautrecs sowie die vielfältige und facettenreiche
Plakatwerbung der Jahrhundertwende, vertreten durch Künstler wie Jules
Chéret, Alfons Mucha, Théophile-Alexandre Steinlen oder Eugène Grasset.
In ihren Werken spiegelt sich nicht nur das pulsierende Nachtleben von
Paris wieder – seine Orte und Berühmtheiten –, sondern die Bilder von
Luxus und Opulenz offenbaren auch die Sehnsüchte einer ganzen Epoche;
Sehnsüchte, die nicht selten durch die Plakatwerbung erst geweckt werden
sollten.

Es war um 1900 als die Werbung ihre Möglichkeiten, Mittel und
Intentionen, dank verbesserter Reproduktionstechniken und nicht zuletzt
auf Grund der Kreativität ihrer Produzenten, zum ersten Mal im großen
Stil austesten und entwickeln konnte. So manches Klischee wie die
erotische weibliche Darstellung als beliebtes und zentrales Sujet wurde
damals für die Werbung „entdeckt“. Gerade die Plakatkunst von
Toulouse-Lautrec überrascht, erfasste sie das Beworbene oft ungeschönt
und an der Grenze zur Karikatur. Dennoch war er bei seinen
Auftrageber*innen geachtet, erkannten diese doch, wieviel Furore seine
Plakate erregten und damit was „gute“ Werbung bis heute ausmacht.

Eintritt in die Sonderausstellung (inkl. Museum): 8 € / ermäßigt 5 €

Führungen: nach Anmeldung und am 2. Sonntag im Monat, 16 Uhr, 3 Euro zzgl. Eintrittspreis

Laufzeit: 05.09. – 05.12.2021


Zum Begleitprogramm gehört, neben einem Angebot für Kinder- und
Schulgruppen, eine temporäre Kunstaktion im öffentlichen Raum auf dem
Gutshof. In dem Projekt „Künstlerstatements. Acht Künstler*innen – Acht
Plakate – Acht Orte“, die in Berlin von Saeed Foroghi koordiniert wird,
werden zeitgenössische Positionen zum Medium Plakat auf dem Gelände des
historischen Gutshofs präsentiert. Analog zu Paris um 1900 erscheint das
Werbemittel Plakat noch heute im öffentlichen Raum omnipräsent und hat
sich doch auch als eigenständige Kunstgattung längst etabliert. Wie aber
ist der werbenden Bilderflut heute künstlerisch zu begegnen und was
passiert, wenn ein individuell und absichtslos gestaltetes Plakat nicht
ein Produkt bewirbt? Welche Botschaft soll ein Kunstplakat vermitteln?

Zeit:

05. September 2021, 12:00–05. Dezember 2021, 18:00 Uhr

Ort:

Schloss Britz
Alt-Britz 73
12359 Berlin