Armin Mueller-Stahl. Menschenbilder

Schloss Britz präsentiert vom 04.10.2019bis 09.02.2020

Armin Mueller-Stahl. Menschenbilder

Die Kulturstiftung Schloss Britz präsentiert vom 04.Oktober 2019 bis zum 09. Februar 2020 die Ausstellung Armin Mueller-Stahl. Menschenbilder. Über neunzig Werke (Gemälde, Zeichnungen und Graphiken) gewähren einen Einblick in das künstlerische Schaffen des international bekannten Schauspielers, erfolgreichen Musikers und Autors. Insbesondere freuen wir uns, dem Publikum auch einige neue Arbeiten des Künstlers vorstellen zu können, die erstmalig in diesem Jahr auf der Kunstmesse in Karlsruhe gezeigt wurden.


Armin Mueller-Stahl wird 1930 in Ostpreußen geboren und wächst in einer kunstliebenden Familie auf. Er schließt das Musikstudium ab, wendet sich dann aber der Schauspielerei zu. Er wird zum meist gefragten Darsteller in der DDR und nach seiner Ausreise 1980 auch in der BRD. Mit 62 Jahren wandert er in die USA aus. Den Höhepunkt seiner Karriere in Hollywood bildet eine Oscar-Nominierung. Mittlerweile hat Armin Mueller-Stahl die Schauspielerei aufgegeben. Im Vordergrund stehen nun zwei Leidenschaften, die ihn Zeit seines Lebens begleitet haben: Die Musik und die Malerei. Mueller-Stahl malt und zeichnet seit mehr als sechs Jahrzehnten. Aber erst im Jahr 2001 tritt er mit seinen Bildern an die Öffentlichkeit. Seitdem hat er sich als vielseitiger und experimentierfreudiger Maler in der zeitgenössischen Kunst fest etabliert.


Die Ausstellung Menschenbilder spiegelt die Faszination des Künstlers für den Menschen wider. Dabei geht es ihm weniger um die Erkennbarkeit des Äußeren, als mehr um die Entdeckung des sogenannten zweiten Gesichts: das Wesentliche des Charakters oder die Gefühlslage. Seine Menschenbilder vermitteln den Eindruck, als hätte Mueller-Stahl einen Einblick in die Seele des Dargestellten genommen. Er ist ein begnadeter Beobachter und ein Verfechter des Minimalismus, der mit nur wenigen sicheren Strichen die charakteristischen Gesichtszüge und die besondere Stimmung zu Papier oder auf die Leinwand zu bringen vermag. Es sind Porträt-Hommagen an die Kollegen, Freunde, die Größen der Geschichte und des Zeitgeistes aus Politik, Musik, Literatur und Film. Allesamt haben sie den Künstler berührt oder fasziniert, sei es durch ihr Leben, ihr Wirken oder ihre Werke. Große Geister wie Kant und Einstein, Künster wie Beuys und Da Vinci oder der Visionär Steve Jobs und der Freiheitskämpfer Nelson Mandela wurden von ihm aufs Papier gebannt. Seine Musikerserie reicht von Mozart und Bach über Elton John und Davis Bowie bis hin zu Michael Jackson. Aus dem Bereich des Films begegnen wir James Dean und Woody Allen. Hinzu treten Arbeiten, welche die Kuratorin Aneta Brinker in der Ausstellung unter dem Begriff "Herzenssachen" zusammengestellt hat. Ihre Titel, In Erwartung, In Verbundenheit oder Endstation Sehnsucht, vermitteln eine gewisse Intimität und gewähren einen Einblick in die Gefühlswelt des Künstlers.

Eine Interpretation der eigenen Person stellt das Bild Da stehe ich nun, ich armer Tor... (2014) dar. Der große Verwandlungskünstler steht gelassen mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern. Darauf die Zeilen aus einem seiner bekanntesten Gedichte "Ich bin schon Gaukler über sechzij Jahr, bin Tragöde bin der Narr...". Hier werden die Selbstdarstellung und das tragikomische Gedicht über die Angst vor dem Alter und dem Vergessenwerden zu einer gelungenen Einheit.

Seine Inspiration findet Armin Mueller-Stahl u. a. in den Werken der Literatur. Zum Urfaust von Goethe hat er 20 Lithographien geschaffen, die ein Ergebnis eigener Deutung und Interpretation von Textsequenzen sind. Die aufwendige Suite Shakespeares Mädchen und Frauen stellt einen Höhepunkt in seinem Œuvre dar. Das Werk mit neun handsignierten Original Siebdrucken entsteht nach der Lektüre von Heinrich Heines Abhandlung von 1839 unter dem gleichen Titel. Armin Mueller-Stahl setzt sich mit den weiblichen Figuren aus Shakespeares Dramen auseinander und verleiht ihnen mit künstlerischen Mitteln eine neue malerische Identität. Dabei wird die Figur zugunsten der Farbe stark reduziert. Der Betrachter wird mit spannungsreichen Farbflächen konfrontiert, in welche sich dann die Umrisse der Protagonistinnen einfügen. Der Ausstieg aus dem traditionellen Gerüst für Porträts und der Einstieg in neue malerischen Welten zeugt von der künstlerischen Wandelbarkeit des mittlerweile 89jährigen Mueller-Stahl.

Das Malen bedeute für ihn Freiheit. Man sei mit sich und seinen Gefühlen alleine. Es sei wie Fliegen. Und er lässt gekonnt seine Emotionen, in die Werke einfließen, so dass wir bei den Bildern jedes Mal den Künstler selbst empfinden können.

Alle Kunstwerke der Ausstellung können käuflich erworben werden.

Geöffnet dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 5 €, Kinder bis 12 Jahre frei
Sonderführung: sonntags um 12.00 Uhr und nach Vereinbarung (ab 5 Teilnehmer), zzgl. 3 Euro
Sondertermine für Schulklassen, Tel. 6097923-0 (Kostenbeitrag je 1,00 €)