Schlosspark

Die Anfänge des Schlossparks vermutet man um 1690. Gleichzeitig mit der Erbauung des Schlosses auf dem Fundament des frühereren Fachwerkhauses 1706 legte man einen typisch barocken Nutz- und Lustgarten der Mark nach holländischem Vorbild mit geradlinigen Sichtachsen, Obstquartieren und einem Boskett im hinteren Teil des Gartens an. Heinrich Rüdiger von Ilgen pflanzte hier 1719 die erste Robinie milchmaedchenin ganz Norddeutschland. Ewald Friedrich Graf von Hertzberg baute ab 1753 den Garten weiter aus. 1840 wurde der Park unter Johann Carl Jouanne erweitert und überformt. Hier steht auch der inzwischen älteste Gingkobaum Berlins. Der letzte private Gutsbesitzer, Wilhelm August Julius Wrede, ließ den Schlosspark ab 1890 durch den Garteninspektor Wilhelm Nahlop mit zeittypischen Gartenkunstelementen ausstatten, es wurden u.a. neue kurvige Wegesysteme, Blumenrabatte, exotische Topfpflanzen, ein Brunnen am Beginn und ein Gartenpavillon am Ende der zentralen barocken Lindenallee angelegt.

1924 wurde das Gut an die Stadt Berlin verkauft und in den 30er Jahren der Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das historische Ensemble wurde von 1985-1988 sorgfältig restauriert und der 1,8 ha große Gutspark nach gartendenkmalpflegerischen Maßnahmen wieder hergestellt. In diesem Zuge ersetzte man das Original der Büste des Ministers Rüdiger von Ilgen, die Rudolf Siemering 1902 für die kaiserliche Siegesallee schuf und die seit 1954 im Park stand, durch eine Kopie.

1990 wurde der Park unter Denkmalschutz gestellt und erhielt für seine außergewöhnlich gute Pflege 1997 den Gustav-Meyer-Preis. Eine Brunnenfigur, das Milchmädchen, die 1816 Pawel Sokolow nach einer Fabel von de la Fontaine schuf, wurde 1998 zum Anlass der 10-jährigen Partnerschaft zwischen den Staatl. Museen Zarskoje Selo bei St. Petersburg und der Kulturstiftung Schloss Britz als Bronzeabguss durch den Verein “Freunde und Förderer Schloß Britz e.V.” im Park aufgestellt.

 

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